Pitta-Störungen
Alles Doshas Grundlagenwissen Pitta

1. Hilfepaket bei Pitta-Störungen

Woran erkennst du Pitta-Störungen? Wenn beim Anstehen an der Kasse jemand von hinten, natürlich aus Versehen, mit dem Einkaufswagen an meine Fersen stößt, dann könnte ich auf der Stelle aus der Hose springen, den Übeltäter packen, beschimpfen und unter das nächste Regal stopfen. Kennst du das auch, dass du schnell in Zorn gerätst? Ein aufbrausendes Verhalten, Rechthaberei und Pedanterie sind ein Zeichen dafür, dass Pitta-Störungen im Anzug sind.  Wahrscheinlich ist jetzt dein Pitta-Dosha aus dem Gleichgewicht gekommen.

Symptome für Pitta-Störungen

  • Gereiztheit
  • Entzündungen der Gelenke
  • Aggression
  • Hautentzündungen
  • Aufbrausendes Verhalten
  • Hitze, Brennen, Schwitzen
  • Pedanterie
  • Durchfälle
  • Rechthaberei
  • Haarausfall
  • Streitsüchtigkeit
  • Störungen der Leber und Galle

Tipps aus der 1. Hilfebox bei Pitta-Störungen

Wer schon immer mal ZIrkusdirektorin sein wollte, sollte erst einmal prüfen, ob er ein starkes Pitta hat. Wenn ja, dann bekommst du jeden wilden Löwen zahm. Menschen mit erhöhtem Pitta neigen zu dominantem Verhalten, können unangenehm pedantisch werden und neigen schon einmal zu Exzentrik. Das scharfe Denken, die klare, zielstrebige Art und die perfekte Organisation eines Pitta-Menschen prädestinieren ihn zum Zampano im Chaos. Ohne Pitta-Menschen wäre Deutschland nicht so ein florierendes Wirtschaftsland, das muss ja auch mal gesagt werden. Pitta im Gleichgewicht ist ein Segen, Pitta im Ungleichgewicht – rette sich wer kann!

Aus der Trickkiste

• Mäßigung, Mäßigung und noch einmal Mäßigung! Das sagt mir meine liebe Melody immer, wenn mir mal wieder der Hut hoch geht. Und sie hat recht! Die Mäßigung beruhigt das lodernde Feuer bei Pitta-Störungen.
• Regelmäßig in Ruhe essen. Nicht dabei Zeitung lesen oder fernsehen. Nach dem Essen noch 10 Minuten sitzen bleiben.
• Fasten und Hungern ist für den Pitta-Typen gar nicht gut.
• Die Mahlzeit sollte nicht zu heiß und scharf sein, das ist das Pitta ja schon von ganz alleine. Also besser beruhigen, mit herben, bitteren und süßen Lebensmitteln.
• Kaffee? Alkohol? Leider nein! Auch schwarzer Tee und Nikotin sind Stimulantien, die der hitzige Pitta-Typ vermeiden sollte.
Abhyanga mit lauwarmem Kokosöl, mittelviel Öl nehmen und mit mittelfestem Druck streichen. Wie es genau geht, findest du hier.
• Geistige Schreibtischarbeit immer mit Bewegung und Sport ausgleichen.
• Vor 22 Uhr ins Bett gehen. Ab 22 Uhr beginnt die Pitta-Zeit, wenn du dann noch einmal aktiv wirst, dann erhöht sich dein Pitta noch mehr.
• Diese Lebensmittel meiden: Scharfes, Saures, Salziges. Ketchup, Sauermilchprodukte, Fisch und Meerestiere, rotes Fleisch, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch. Zu heiße Speisen und Getränke.

Zurückhaltung bei Pitta-Störungen

Auch wenn es manchmal zu verlockend ist, mit anderen über alles zu schimpfen und sich geradezu hineinzusteigern über die Schlechtigkeit der Welt, der Menschen und denen da oben. Aber halt, stopp! Es ist genug jetzt, schimpfen und meckern hilft eh nicht. Für einen Pitta-Typen ist vornehme Zurückhaltung bei hitzigen Diskussionen und Streiterein genau richtig. Immer schön cool bleiben, dann beruhigen sich auch alle Entzündungen und Flammenherde in dir.
Bleib cool, Baby! Lisa ♡

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12 Kommentare

  • Antworten
    Paul
    12. Februar 2015 um 10:13

    Ganz ganz schön geschrieben, liebe Lisa! Es macht wieder viel Freude, dieses alte Wissen in ganz anwendbaren Portionen präsentiert zu bekommen.
    Herzlichen Glückwunsch!

    • Antworten
      Lisa
      12. Februar 2015 um 10:50

      Oh vielen lieben Dank! Es macht ja auch so viel Freude, darüber zu schreiben.

  • Antworten
    Larissa
    27. August 2017 um 8:13

    Danke.. einfache, klare Ansagen, praktische Tips und viel positive Unterstützung. Da nimmt man auch eher unliebsame Ratschläge an.. Namaste

    • Antworten
      Lisa
      27. August 2017 um 10:45

      Liebe Larissa,
      du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich über deinen Kommentar freue! Genau das ist der Grund, warum ich diesen Blog schreibe: Ayurveda soll für jeden einfach und praktisch in den Alltag integrierbar sein. Nix kompliziertes, was man nach drei Tagen Frust wieder aufgibt.
      Und ich verspreche dir: alles, was dir heute noch unliebsam erscheint, fühlt sich bald so normal an, dass du es nicht mehr anders machen möchtest, weil es dir einfach gut tut. Und darum geht es ja schließlich.
      Viel Erfolg auf deinem Weg zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit,
      Lisa

  • Antworten
    Sara
    28. Oktober 2017 um 15:10

    Wenn Pitta mit mir durchgeht bin ich an Bahnhöfen besonders gefärdet: wenn Leute vor mit auf der Rolltreppe sind und unten direkt stehenbleiben und den Weg versperren. Da könnte ich aus der Jacke springen und sie alle wegboxen. Dann einmal tief durchatmen, ohne blöden Spruch vorbeigehen und möglichst schnell süßes Obst o.ä. essen. Dann geht es wieder…

    • Antworten
      Lisa
      28. Oktober 2017 um 17:14

      Das ist ja ein köstliche Geschichte, liebe Sara! Das kenne ich gut, ich muss auch oft meine Boxhandschuhe tief unten in die Tasche packen. Gerade heute habe ich aus Zorn eine Gießkanne durch den Garten geschleudert. Sie war eh schon kaputt, naja … Dann habe ich erst mal ein schönes Essen mit Chutney und viel Pitta-Churna gekocht, und schon bin ich wieder friedlich und zufrieden.
      Herzliche Grüße schickt dir Lisa

  • Antworten
    Christian
    12. Dezember 2017 um 13:34

    Hallo Lisa,

    ich danke dir für deine Arbeit, die du in diesen Artikel gesteckt hast.
    Ich war schon bei zwei HNO-Ärzten wegen eines Druckgefühls in meinem rechten Ohr und einem damit empfundenen Ton. Beide sagen mir, dass meine Ohren gesund sind, aber dennoch… Ich habe dieses Gefühl seit dem letzten Mal duschen. Bisher duschte ich mit einem harten und heißem Wasserstrahl. Offenbar nicht gut, denn danach fühlte ich mich sehr heiß und ebenso meine Ohren.

    Auch esse ich seit anderthalb Jahren kein Weizen und kein Zucker. Seit Kurzem esse ich ein selbstgemachtes Buchweizen Brot – ob das zu mehr Pitta führt? Denn ich bin groß, schlank und kann essen, was ich will; ich nehme einfach nicht zu. 😉

    • Antworten
      Lisa
      15. Dezember 2017 um 9:20

      Hallo Christian,
      du solltest unbedingt einmal eine ayurvedische Ernährungsberatung aufsuchen. Da kann dir dann geholfen werden. Zunächst muss dein Dosha-Typ bestimmt werden und dann weißt du, welche Lebensmittel gut für dich sind.
      Vermutlich bist du ein Vata-Typ, wenn du groß und schlank bist und nicht zunimmst. Süßes wäre für dich sehr gut, es muss ja nicht weißer Industriezucker sein. Es gibt so viele Möglichkeiten. Die beste ist Shakara, ein ayurvedischer Zucker, der nicht säuert.
      Falls du ein Vata-Typ bist, dann schau doch mal bei den Lebensmitteln nach, die für Vata-Typen geeignet sind und welche nicht.
      Ohrgeräusche sind übrigens ein Überschuss von Vata. Hier kannst du dazu einen interessanten Artikel lesen.
      Ich bin sicher, wenn du dich mit Ayurveda beschäftigtst und dananch lebst, wirst du dich wieder rundum wohl fühlen.
      Herzliche Grüße von Lisa

  • Antworten
    Lisa
    19. Januar 2018 um 13:21

    Liebe Lisa,

    ich war noch nicht bei einer Ernährungsberatung, aber so wie es aussieht, bin ich auch ein Pitta-Typ. Mein Problem mit den Ratschlägen zur Ernährung ist allerdings, dass ich eigentlich wahnsinnig gerne salzig esse und Süßes dafür eher weniger mag 🙁 gerade bei der Vorstellung, mir eine süße Hauptspeise zubereiten zu “müssen”, wird mir ganz anders.. Genau so verhält es sich übrigens auch mit bitterem Essen.
    Ich hab bis jetzt nur einen Test gemacht, der mir auch den Vata und Kapha Anteil angezeigt hat, und mein Vata ist ebenfalls recht hoch, auch wenn das Pitta noch ausgeprägter ist. Was mach ich denn nun?

    Liebe Grüße,
    ebenfalls Lisa

    • Antworten
      Lisa
      20. Januar 2018 um 10:28

      Liebe Lisa,
      zum Glück gibt es im Ayurveda keine Gebote und Verbote. Es gibt nur Empfehlungen. Und die wichtigste Empfehlung lautet: fühle dich wohl, mit dem was du tust und isst. Du “musst” also zum Glück keinen süßen Milchreis mittags essen. Ich bin auch ein Pitta-Typ und schon zu Schulzeiten war ich tief enttäuscht, wenn ich mit brenndenm Hunger nach Hause kam und es gab eine Süßspeise! Grauenvoll war das für mich. Mein Vater, ein herzensguter Kapha-Typ dagegen, war selig.
      Als Dosha-Test kann ich dir vor allem diesen hier empfehlen, falls du noch einmal einen machen möchtest. In Kürze wird es auch hier in der Schatztruhe einen ganza neuen, wunderschönen Dosha-Test geben.
      Aber nun zu deinem Anliegen:
      Am besten du liest dir mal die Empfehlungen zu Pitta reduzierenden Lebensmitteln und suche dir das aus, was dir gut tut und schmeckt.
      Dann kannst du hier noch das 1. Hilfepaket bei Pittastörungen nachlesen.
      Ganz allgemein kann man sagen, wenn Vata aus dem Gleichgewicht ist – und das ist es bei den allermeisten Fällen – zieht es auch die anderen beiden Doshas ins Ungleichgewicht. Vata ist der König der Doshas und zieht die anderen mit.
      Ein erhöhtes Pitta erkennst du daran, dass du rechthaberisch und pedantisch wirst. Oder zu Wutausbrüchen neigst. Oder Entzündungen an Haut und Gelenken bekommst. Oder alles gleichzeitig 😉 Aber das liest du auch im 1. Hilfepaket.
      Süßes ist nicht immer eine Süßigkeit. Auch Fleisch und Milch werden im Ayurveda als süß eingestuft. Nun möchte ich dir auf keinen Fall Fleisch zur Beruhigung empfehlen, ich lebe ja vegan. Aber nur so als Beispiel, was alles im ayurvedischen Sinn süß ist. Du wirst in der Tabelle der Pitta und Vata reduzierenden Lebensmittel bestimmt vieles finden, was dir gut tun wird.
      Alles Liebe und Gute,
      Lisa

  • Antworten
    Ute
    10. Februar 2020 um 13:13

    Vielen Dank liebe Lisa für deine wunderbaren Beispiele in denen ich mich 1:1 wiederfinde. Ich finde, dass es manchnal auch echt gut tun kann eine Gießkanne durch den Garten zu schleudern oder mal richtig zu fluchen. So lange ich dabei nichts kaputt mache oder andere Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, finde ich das vollkommen legitim und sehr hilfreich, denn nach so einem Ausbruch ist mein Pitta auch wieder ausbalanciert und ich entspannt. Durch wegdrücken steigert es sich bei mir ungemein und kommt dann unkontrolliert raus. Wenn das nicht geht, dann schreibe ich diese Sachen auf, das entlastet auch sehr. Ausdruck der Emotion ist für mich ein Schlüssel.

    • Antworten
      Lisa
      10. Februar 2020 um 14:57

      Liebe Ute, stimmt! Wenn man Gefühle unterdrückt, kommen sie doch wieder an anderer Stelle heraus. Und das dann oft ganz unkontrolliert. Lieber Gießkannen durch den Garten pfeffern. Herzliche Grüße von Lisa

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